Über Genealogie
Der aus dem altgriechischen stammende Begriff "Genealogie" setzt sich aus geneá [die Abstammung], oder génisis [der Ursprung]
und lógos die Kunde, die Lehre, das Wort] zusammen und kann auf verschiedene Forschungsbereiche angewendet werden, wenn
es gilt, den Ursprung oder die Kausalität verschiedener oder einander ähnlicher Subjekte zu untersuchen.

Die Genealogie befasst sich in diesem Sinne mit der Abstammung von Menschen innerhalb einer Familie, den Ursprung von
Sprachen und Dialekten, Völkerstämmen, Namen und allem, was kontingent und erforschbar ist. Die Ahnenforschung rekonstruiert und
statuiert die auf- und absteigende Folge von Vor- und Nachfahren eines Probanden, einer Person auf die sich die Forschung bezieht.
Die Forschung kann sich auf die direkten Vor- und Nachfahren beziehen, auf alle Blutsverwandten einer Familie (Konsanguinität) oder
auf alle Personen und deren Familien die in die Ausgangsfamilie eingeheiratet haben (Affinität). Die Geneaolgie nutzt historische
Dokumente (Erlasse, Listen, Verweise, Kirchenbücher, standesamtliche Unterlagen usw.) um Beziehungen zwischen den einzelnen
Personen der Forschung herzustellen.

Ein weiteres Mittel ist die persönliche Befragung zur Bestätigung der eigenen Forschung oder um weitere Spuren zu entdecken, denen
man nachgehen kann. Mit Einführung des Computers entstanden Datenbanken; mit Einführund des Internets der massenhafte Austausch
von familienbezogenen Daten rund um den Globus. Dies ist die kostengünstige Alternative zur direkten und vernetzenden Forschung und
spart viel Zeit. Viele Gruppe und Vereine nutzen die virtuellen Datenbanken um ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Dies alles wird unter
dem Begriff der Computergenealogy zusammengefasst.

Dennoch kann dies die allgemeine Forschung in Archiven und die Auseinandersetzung mit Institutionen nicht ersetzen, da sonst keine
neuen Ergebnisse erzielt und veröffentlicht werden können. Sie ist somit die klassische Untersuchungsmethode und eine der Säulen
der Ahnenforschung. Diese Webseite nutzt beide Möglichkeiten der Ahnenforschung und die affine Darstellung der Familienmitglieder.
Dadurch teilt sich die Forschung in Stamm- und Nebenlinien auf. Sie soll dadurch die Kausalitäten der Familien untereinander aber
auch ortsbezogen verdeutlichen.
Für die Ermittlung des Verwandtschaftsgrades gibt es unterschiedliche Methoden, die für Verwirrung sorgen. Grundlage jeder Zählung
sind eine Bezugsperson (BP), eine Verbindungsperson (VP) und eine Zielperson (ZP). Grob unterscheidet man heute zwischen
kanonischem (kirchlichen) und bürgerlichem Recht um z.B. ein Ehehindernis festzustellen. Am Ende der Seite findet sich eine
übersichtliche Tabelle zu den genealogischen Graden.
Im kanonischen Recht werden die Generationen zwischen BP
und VP, sowie ZP und VP gezählt. So ist hier die BP 3 Grade
zur VP blutsverwandt und die ZP zur VP 4 Grade. Gezählt wurde
stets die weiteste Entfernung auf einer Linie. Im Beispiel würde
dann die BP im 3. Grad zur ZP im 4. Grad stehen bezogen auf
die VP.
Im bürgerlichen Recht werden die Geburten zwischen BP,
VP und ZP gezählt. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob es
sich um eine direkte Linie handelt oder um eine indirekte
(Seitenlinie).

So stehen Eltern zu ihren Kindern im ersten Grad und zu
ihren Urenkeln im zweiten Grad der direkten Linie.
Geschwister stehen zueinander im zweiten Grad in der
Seitenlinie. Cousins stehen somit im vierten Grad auf der
Seitenlinie zueinander - gezählt werden die Geburten
bezogen auf den gemeinsamen Vorfahr, d.h. hier bezogen
auf den gemeinsamen Großvater. Im Beispiel steht dann
die BP zur ZP im 7. Grad über die VP.
Die genealogischen Grade beziehen sich stets auf den ersten gemeinsamen Vorfahren. Die Geburten dazwischen bestimmen dann den
Grad. So sind Geschwister über die Eltern im ersten Grad verwandt. Über den Ur-Großvater dann zB. über den dritten Grad usw. Auch
wenn hier sämtlich männliche Vertreter genannt werden so sind sie schlichtweg mit weiblichen Bezeichnungen austauschbar.
Verwandschaftsgrade
Kanonisches Recht
Bürgerliches Recht
Genealogisches Prinzip
Sprachenstammbaum
Dieser Baum beschränkt sich dabei auf die Sprachfamilien innerhalb der Indo-Germanischen Sprachen, die für die spezifische Forschung
relevant sind. So leiten sich nicht alle Wörter zwangsläufig aus dem lateinischen oder griechischen ab und können dadurch auch eine
unterschiedliche Bedeutung haben.

     Peter Wallat | Genealogie
Verwandschaftsgrade nach dem bürgerlichen Recht
Verwandschaftsgrade nach dem kanonischen Recht
Verwandschaftsgrade nach dem genealogischen Prinzip
Sprachenbaum